Regenzeit in Panama

November 6, 2018

 Nun ist es zwei Monate her, seit ich nach Panama zurückgekommen bin.

Im ersten Monat habe ich unser schwimmendes Zuhause wieder auf Vordermann gebracht. Wir haben einiges in zusätzliche Kommunikationsmöglichkeiten wie Amateurfunk oder Satellitentelefon investiert. Dazu kommen Navigationshilfen, wie beispielsweise ein AIS-Empfänger, eine Art Radar, vorallem für die Erkennung von Ozeanriesen wie Öltanker und Frachtschiffe. Ebenfalls ein GPS-Empfänger für das Notebook mit den elektronischen Seekarten musste noch angeschafft werden.

Schon bald liegt der grösste Ozean unseres Planeten vor uns!

Der Panamakanal, ein Nadelöhr mit einem der grössten Verkehrsaufkommen in der Berufsschifffahrt überhaupt, wird uns den Zugang zu diesem gigantischen Gewässer ermöglichen.

Darauf wollen wir vorbereitet sein!

Zudem waren einige Malarbeiten zum Schutz und zur Verschönerung unserer soliden Stahlyacht nötig.

Arbeiten, wie ich sie eigentlich sehr gerne mache, welche jedoch während der Regenzeit in Panama zu einer echten psychologischen Belastungsprobe werden können!

 

Nachdem die meisten der Punkte auf meiner To-Do-Liste abgehakt waren, reiste ich voller Freude und nervös wie ein Teenager bei seinem ersten Date nach Panama City um Anisia am Flughafen abzuholen. Sie traf eIn paar Wochen später als ich ein, vollbeladen mit Material für unsere Weiterreise.

Es war zuerst nicht ganz einfach für uns, den engen Lebensraum in der Kabine des Schiffes wieder miteinander zu teilen. Viel mehr überwog jedoch das Glück, Freuden und Leiden erneut gemeinsam zu erleben. Zudem ist Anisia irgendwie die gute Seele an Bord von Vagabond :-)

 

Zwei Wochen nach ihrer Ankunft konnten wir das in neuem Glanz erscheinende Schiff endlich wieder einwassern.

Was für eine Freude nach getaner, wochenlanger Knochenarbeit bei 35 Grad im Schatten und einer durchschnittlichen Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent!

 

Ach ja, fast hätt'ich es vergessen:

Leicht verzögert wurde die Einwasserung noch durch eine unliebsame Begegnung meinerseits mit einem netten Skorpion. Nett deshalb, weil ich noch am Leben bin. Er hat mich in den Fuss gestochen während ich in der Hocke mit dem Antifoulinganstrich des Kiels beschäftigt war. Da mich tagsüber -zig Mücken und Sandfliegen mit ihren Stichen malträtieren, ist mir dieser Stich der besonderen Art zuerst nicht weiter aufgefallen. Habe zuerst gedacht es sei eine Wespe oder Spinne, da es schon ein wenig mehr weh tat als die üblichen Attaken der panamesischen Mainstream-Insekten.

Als dann das Fussgelenk einen Tag später massiv anschwoll und sich um den Einstich herum die Haut dunkelrot verfärbte, waren Taten gefragt. Eine hier seit Jahren ansässige Mitarbeiterin der Marina organisierte blitzartig einen Jeep und fuhr uns in die nächstgelegene Krankenstation in der Bucht von Portobelo.

Dort war die Diagnose klar: Skorpionstich, jedoch unklar von welcher Art dieser Viecher.

Die ärztliche Verordnung: 1 Woche eine Megadosis Antibiotika pro Tag und falls es nach 2 Tagen nicht besser gehen würde, wäre ein Besuch in der spezialisierten Klinik in Colon von Nöten. Dazu kam es zum Glück nicht.

 

Nachdem Vagabond also vor einer Woche wieder in seinem Element schwamm, waren wir guter Dinge noch diese Woche in die traumhaften San Blas Inseln zu segeln. Unerwartete Motorprobleme mit einem verstopften Kühlwassersystem machten uns einen Strich durch die Rechnung. Das Ganze musste mit einer Elektropumpe und mit Druckwasser behoben werden.

Da wir zur Lösung des Problems einen guten Mechaniker fanden, was auf unserer Reise bisher leider nicht oft der Fall war, entschlossen wir uns ihn noch für einen weiteren Job anzufragen. Somit wird Nelson, ein Urugaianer, Anfang kommender Woche noch einmal an Bord vorbeischauen und unser bestehendes System der Wellendichtung verbessern.

 

Danach geht es dann definitiv los zu einer einmonatigen Segeltour in das kleine Insereich mit Robinsoncharakter.

Die Kanalpassage ist im Dezember, vor den Festtagen, geplant.

 

Soweit unsere News aus dem Dschungel von Panama!

 

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